Fuerteventura

Gute Freunde haben sich angesagt und ich freue mich auf eine schöne Zeit mit Hildegard und Schlowly, sehr erfahrene Segler aus Hattingen, die mit viel Nordseewasser gewaschen sind. Gerne hätte ich sie auf der Kanal- und Biskayaüberquerung dabei gehabt, damit sie mir das Gezeitensegeln beibringen, aber zeitlich hatte es damals nicht gepasst, was nun nachgeholt werden soll. (Auch ohne Hilfe haben Annette und ich es ja ganz gut im Selbststudium bis zu den Kanaren geschafft). Harry kommt aus Berlin. Er hat uns nie auf der Ostsee begleitet und sammelt nun seine ersten Segelerfahrungen im Atlantik.

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Das wilde Südkap von Fuerteventra Punta Jandia

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Puertito de la Luz

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hier fühlen wir uns wohl. Noch kein Ferienresort

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Schlowly und der Leuchtturm

Da wir zu Beginn viel Wind haben, entscheiden wir uns am ersten Tag lieber zu einer Inselrundfahrt. Uns zieht es an das Südkap von Fuerteventura, zur Punta Jandia. Hier hatte ich bereits schon einmal geankert und wir freuen uns, die Bucht mit dem verträumten Dorf Puertito de la Luz von der Landseite aus zu besuchen. Um dorthin zu kommen fahren wir über eine Sandpiste. Leider wird diese im nächsten Jahr verschwinden und asphaltiert werden, dann ist auch diese wilde Ecke erschlossen und alle schrecklichen Konsequenzen, Ferienresorts, sind zu befürchten. Ich beschreibe es mit dem Wort Architekturkriminalität. Fuerte08Fuerte10Fuerte11Fuerte12Wir dürfen diese Ecke Erde noch in ihrer ursprünglichen Form erleben, winddurchpeitscht sind wir froh, nicht auf dem Boot zu sein, sondern zu Fuß durch die Wüste bis zum Leuchtturm zu wandern. Ich bearbeite die Bilder und höre dabei Musik von Claude Chalhoub, was könnte besser zu dieser Wüstenlandschaft passen?

Der erste Segeltag ist kurz aber kräftig. Das Kreuzen gegen Wind, Welle und Strömung bei NNE 5 bekommt nicht allen, sodass wir bald vor Rosario ankern. In Puerto Calero auf Lanzarote machen wir einen Tag Pause und lassen vom Segelmacher unser Großsegel reparieren.

Vor Arrecife ankern wir im alten Hafenbecken und schlendern durch die Stadt. Wir sind nach den vielen Betonschandtaten froh, endlich mal wieder eine natürlich gewachsene Stadtlandschaft genießen zu können. Am Hafen beobachten wir eine Gruppe Einheimischer beim gebannten Domino-Spielen.

Arrecife

Arrecife

Am Hafen sehen wir...

Am Hafen sehen wir…

die Einheimischen spielen. Die Welt scheint in Ordnung

die Einheimischen spielen. Die Welt scheint in Ordnung

Fuerte26In Corralejo muß uns Harry leider schon wieder verlassen und wir segeln die Ostküste von Fuerteventura weiter zurück Richtung Südwest mit Station in Pozo Negro, wo wir eine herrlich ruhige Nacht vor Anker alleine ohne andere Boote verbringen. Der Hafen von Morro Jable nimmt uns nicht auf, da er voll ist, wir ankern also noch einmal, jedoch bei kräftigem Wind. Am nächsten Tag begleiten uns heftige Fallböen, die sich über die Berge von Furteventura mit 35 kn auf uns hinabwerfen. Wir hatten vorausschauend nur die Genua gesetzt, die wir aber auch bald stark einrollen müssen. Wieder an der Punta Jandia angelangt, diesmal mit der Anke-Sophie, können wir leider nicht an Land übersetzen, da wir Angst haben bei 25 – 30 kn Wind mit dem Dinghy abzutreiben, also lassen wir das lieber.

Fuerteventuras Ostküste

Fuerteventuras Ostküste

Der Regenbogen sah wirklich so aus!

Der Regenbogen sah wirklich so aus!

Die Überfahrt nach Gran Canaria ist leider nicht nach unserem Geschmack: Hohe alte Dünung, eine steile neue Welle aus der aktuellen Windrichtung sowie leider zu wenig Wind, um ohne Segelschlagen voranzukommen. Die letzten 20 sm müssen wir motoren und nehmen die Segeln herunter, um sie zu schonen. In Las Palmas sagt der Wetterbericht für die nächsten Tage Schwachwind voraus, sodass wir uns drei Hafentage gönnen, um Las Palmas und Gran Canaria zu erkunden. Ich nutze die Zeit, um Vorbereitungen für die folgenden Überfahrten zu treffen und kaufe bzw. erledige offenen Posten meiner mich ständig begleitenden to-do-list.

Was für eine Woche, was für Freuden: der liebe Freund Martin, der eine Woche Urlaub auf der Insel macht, besucht uns mit Ralph und wir verbringen einen netten Abend mit den beiden Landratten. Martin darf noch meine kleinen Finger begutachten, den ich mir vor einigen Tagen verstaucht habe und der nicht aufhört, dick zu sein. Ich will doch gar kein Einhandsegler sein…

Martin besucht mich auf der Anke-Sophie

Martin besucht mich auf der Anke-Sophie

Am Freitag machten wir einen Ausflug auf Gran Canaria nach Agaete, wo wir auf einer schönen Wanderung zu einem Höhlendorf uns an der grünen Landschaft erfreuten. Welch Kontrast nach Wochen in der Wüste und auf See, dieses Grün und hier wachsten doch tatsächlich Bäume einfach so, ganz ohne Wasseranschluss, ganz anders als auf Lanzarote oder Fuerteventura.

Las Palmas 023

wilde Bougainvillea

wilde Bougainvillea

Eine aufgegebene Mineralwasserabfüllfabrik

Eine aufgegebene Mineralwasserabfüllfabrik

Las Palmas 030

Weihnachtssterne wachsen in einem Garten

die hier einfach so wachsen (nicht im Blumentopf)

und nicht im Blumentopf…

4 Antworten zu “Fuerteventura

  1. Lieber Thomas,

    ja, ich bin zurck von meinem Seminar in Frankfurt,

    ich freue mich auf Martin morgen Abend,

    er wird mir dann sicher ausfhrlich von

    Eurer Begegnung berichten, schn dass es geklappt hat.

    Bleibe gesund und habe eine schne Zeit,

    danke fr Deine Eindrcke und wunderbaren Photos.

    Dein Jochen

    _____

    • Lieber Jochen, danke für deine Zeilen. Ja es war sehr schön, dass Martin und Ralph vorbei geschaut haben. Leider war der Wind gegen uns, sodass es mit dem gemeinsamen Segeln nicht geklappt hatte. Das müssen wir vertagen, aber vielleicht kommt Martin ja doch noch mal dazu? Alles Gute + Liebe

      Mit herzlichen Grüßen

      Thomas

      Thomas Herter http://www.ankesophie.wordpress.com Mobil Spanien: +34 628 272 606

  2. Thomas, so schön war es aber doch nicht! Du hast verschwiegen, wie lange wir nicht duschen konnten! Na, heute morgen habe ich an Dich gedacht, als das heiße Wasser Kanarenstaub und Atlantiksalz abwusch! Aber schön, beeindruckend, interessant war es doch!
    Nie hatten wir vor, diese Inselgruppe zu besuchen; aber Dank Euch haben wir jetzt einen Teil der Kanaren kennenlernen können, wie es der normale Touri nicht erfahren kann. Danke dafür!
    Allerdings gibt es auch wie überall bei solchen Erfahrungen ein ‚aber‘!
    Zum Einem sind es die von Dir genannten Architekturkriminalitäten des Tourismus, zum Anderen ist es die Flotte der angehenden Atlantiküberquerer und Weltumsegler im Hafen von Las Palmas. Hochgerüstet und megagroß gehören die meisten der Boote einer Seglergeneration , die mich und Hildegard zu Seglerfossilien werden lassen! Und Ihr? Na, mit Euren 38 Fuß seid Ihr auch schon fast am Ende des Feldes zu finden. Hätten wir nicht für möglich gehalten!
    Was Euch aber nicht davon abhalten sollte, Euren Traum Wirklichkeit werden zu lassen.
    Gute Reise und die berühmte ‚Handbreit‘ Wasser unter dem Kiel wünschen Euch die Segelfossilien!

    • Lieber Schlowly, danke für deine Kommentare. Mit den Kritiken stimme ich voll überein, wie du weißt. Die Inseln sind wie sie sind, daran ändern wir nichts und diese Angeber-Mega-Yachten (gemeint sind vor allem die Motoryachten) könnten wir höchsten anbohren und damit tiefer legen…

      Gestern hatten wir Unwetter und Schauer und heute Morgen hatte der Teide eine weiße Schneehaube! Der Winter kommt auch hier…

      Mit herzlichen Grüßen

      Thomas

      Thomas Herter http://www.ankesophie.wordpress.com Mobil Spanien: +34 628 272 606

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