2016 – Heimkehr

Annette und ich hatten unsere Weltumsegelung wie geplant am 31.07.2016 beendet. Das feierten wir in Stralsund mit einigen Seglern und Freunden und fuhren dann nach Berlin, unser Zuhause, um zurück ins „normale Leben“ zu kommen. Den Blog haben wir seitdem nicht mehr gepflegt, das wollen wir nun nachholen.

Bevor wir wieder anfingen zu arbeiten, reisten wir noch nach Lübeck, um die Kapelle von St. Jakobi zu besuchen. St. Jakobi zu Lübeck beherbergt das Rettungsboot der „Pamir“. Dort wurde 2007 die internationale Gedenkstätte der zivilen Schifffahrt zum 50. Jahrestag des Untergangs der „Pamir“ gegründet. Die Kirche ist ein Symbol für Seeleute und Wallfahrer. Wir wollten uns bedanken, dass wir um die Welt segeln durften und gesund und zufrieden heimkehren konnten. Jeder von uns zündete eine Kerze neben dem Rettungsboot an und wir gedachten derer, die auf See blieben.

Die „Pamir“, der letzte Frachtsegler seiner Art, eine Viermast-Bark, die 38 mal das Kap Horn umsegelte, kam 1957 am 21.09.1957 ca. 600 sm südwestlich der Azoren in einen schweren Hurrikan und sank. Von 58 Seeleuten überlebten nur acht. Von 10, die das Rettungsboot II erreichten, überlebte nur ein einziger. Es war wichtig für uns, nach der Reise an den Ort zu kommen, an dem wir vor unserer Reise ebenfalls Kerzen angezündet hatten. 

Wir wurden oft gefragt, wie wir nach drei Jahren Weltumsegelung wieder ins Arbeitsleben zurückfanden. Wir können nur unterstreichen, dass es nicht schwer war. Wir waren ja während der drei Jahre ständig aktiv und so gelang uns auch die Wende ins Arbeitsleben ohne Probleme. Vom Segeln hatten wir 2016 dann aber erst einmal genug und kamen nur noch einmal an Bord der „Anke-Sophie“, um sie Ende Oktober gemeinsam mit Dorothé und Thomas nach Barth zu segeln, wo sie in einer Halle überwintern sollte. Ach ja, am letzten Morgen, als wir in Barhöft in Richtung Zingster Fahrwasser ablegten, passierte uns dann doch noch etwas Peinliches, was mir noch nie passiert ist. Ich achtete nicht darauf, dass nach dem Lösen der Festmacher am Bug die Leinen liegen blieben, anstatt sie gleich aufzuschießen. Schlamperei, die sich sofort rächte. Genau als wir den Hafen verließen und die Segel setzen wollten, stoppte die Maschine und ließ sich nicht mehr starten. Vollkommen unvorbereitet trieben wir auf eine Sandbank, zum Glück hatten wir kaum Wind und keine Welle. Wir mussten doch tatsächlich den Seenotrettungskreuzer anfunken, der keine Seemeile hinter uns in Barhöft lag. Er zog uns mit seinem kleinen Beiboot von der Sandbank, und wieder im Hafen gelang es uns, die Leine aus der Schraube zu ziehen. Der Festmacher war also von uns unbemerkt nach dem Ablegen ins Wasser gefallen und hatte sich tatsächlich in den Propeller gewickelt. Der Klassiker überhaupt. Da segeln wir über alle Ozeane und zuhause passiert uns das, wirklich peinlich. Natürlich haben wir uns bei der DGzRS ordentlich mit einer Spende bedankt…

Im November fuhren wir dann für ein Wochenende nach Cuxhaven, wo wir ja auch auf unserer Heimkehr kurz vor dem Nordostseekanal Halt gemacht hatten. Wir waren vom „TransOcean“, dem Verein zur Förderung des Hochseesegelns e.V., eingeladen, am Festabend teilzunehmen. Wir sollten mit fünf anderen Crews mit dem „Weltumseglerpreis“ geehrt werden. Es war ein sehr schöner und bewegender Abend in den alten Hapag-Hallen, von wo aus die Amerika-Linie ab 1889 nach New York fuhr. Dort trafen wir viele Fahrtenseglerinnen und -segler und konnten uns mit denen austauschen, die ebenfalls im Jahr 2016 ihre Weltumsegelung beendeten. Und wir erzählten ein wenig von unserer Reise und ließen sie in lustiger Gesellschaft nachwirken.

Hier nun zum Abschluss der Reise eine Skizze mit dem Verlauf unserer Route um die Welt.

und das war unsere Route um die Welt – von Stralsund nach Stralsund

3 Antworten zu “2016 – Heimkehr

  1. Lieber Thomas, liebe Annette!
    Vielen Dank für diesen schönen Anschluss- bzw. Abschlusseintrag Eures Weltumseglungsblogs. Es war mir eine große Freude und ein großes Vergnügen in unterschiedlichster Form Teil daran zu haben.
    Herzliche Grüße, frohe Weihnachten und alles Gute für das neue und die kommenden Jahre und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel wünscht Euch
    Euer Harald

  2. Kurz vor Jahreswechsel möchte ich mich nochmal herzlich für Eure tollen Reiseberichte bedanken. Als sie zu ende gingen war ich traurig, weil ich sie immer gerne gelesen und auf den nächsten gewartet habe.
    Sie fehlen mir sehr.

  3. Lieber Thomas, mit diese Ergänzungen zum Blog hast du  bei mir noch einmal schöne Erinnerungen an eure Rückkehr und die großartige Reise,die  Wahnsinnsroute einmal um die Welt ausgelöst… Sehr gut … wünsche euch heute eine sehr gute Fahrt nach Luxemburg und schöne Tage dort! Viele Grüße an dich und Annette von MartinVon meinem Samsung Galaxy Smartphone gesendet.

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