Réunion

Anke-Sophie liegt in der gerade geöffneten neuen Marina von Pointe des Galets und  Monika und Michael laden uns ein, mit ihnen in ihrer gemieteten Ferienwohnung in Boucan Canot zu wohnen. Sie verbringen ihren Urlaub zum dritten Mal in Réunion, um uns hier zu treffen. Wir schlafen für zehn Tage in einem richtigen Bett, duschen jeden Morgen warm, stoßen uns keinen Kopf an niedrigen Kabinentüren und leben wie Gott in Frankreich.

La Réunion ist ein Departement von Frankreich und wir fühlen uns wie in Südfrankreich, dabei liegt es mitten im Indischen Ozean. Da es zu Frankreich und damit zu Europa gehört, dürfen wir mit Euro bezahlen, ein ungewohntes Gefühl. Gebäude und Straßen entsprechen dem französischen Standard. Wir  sind heißhungrig nach der Auswahl an Käse und Wein. Wir erkunden mit unseren Freunden die Insel, vor allem die Bergwelt, und wir kochen jeden Abend zusammen und haben viel Zeit zum Diskutieren und Erzählen.

Der erste Ausflug bringt uns in die Berge, die „Cirque de Mafate“ und die „Cirque de Salazie“. Diese Kraterlandschaft ist einmalig und typisch für Réunion. Die Cirques sind entstanden, als der ursprüngliche Vulkankegel kollabierte und bilden mit ihrer außerordentlichen Schönheit das Herz und die Seele der Insel.  Wir fahren mit unserem Mietwagen auf den 2.205 m hohen “ Le Maido“ und wandern den Kraterrand “Le Grand Bord“ entlang in Richtung „Le Grand Bénaire“. Wir freuen uns an der kargen Vulkanlandschaft und an den wechselnden Blicken zum höchsten Gipfel „Piton des Neiges“ mit 3071 m. Im frühen Licht heben sich die wilden Schluchten besonders deutlich von den steilen Kraterwänden ab; eine grün bewachsenen Mondlandschaft.

Blick vom “ Le Maido“ zum Kraterrand “Le Grand Bord“ und dem „Le Grand Bénaire“

Blick vom “ Le Maido“ zum Kraterrand “Le Grand Bord“ und dem „Le Grand Bénaire“(rechts) und „Piton des Neiges“(links)

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Schon bevor wir Réunion erreichten, hörten wir, dass der „Piton de la Fournaise“ an der Ostküste erneut ausgebrochen ist und wir sehen nun die glühenden Lavaströme in den Nachrichten. Wir wollen den aktiven Vulkan besuchen und fahren mit dem Auto zum „Pas de Bellecombe“ und blicken über den Kraterrand auf die erkalteten Lavaströme und Vulkankegel zurückliegender Ausbrüche. Der aktuelle Ausbruch ist östlich vom Gipfel, sodass wir ihn nicht sehen können. Leider ist der Abstieg vom Kraterrand gesperrt, sodass wir diesem bis zum „Nez Coupé de Ste-Rose“ folgen. Die Vulkanlandschaft ist beeindruckend und das Spiel der heraufziehenden Wolken fantastisch. Anschließend wollen wir die Insel über St. Benoit umrunden, aber die Küstenstraße ist durch den Lavastrom abgesperrt.

Wir fahren zum „Piton de la Fournaise“

Wir fahren zum „Piton de la Fournaise“

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Michael erklärt die Welt

Michael erklärt die Welt

Monika, Annette und Michael

Monika, Annette und Michael

Ausbruch des „Piton de la Fournaise“. Quelle: ipreunion.com

Ausbruch des „Piton de la Fournaise“. Quelle: ipreunion.com

Lavaströme. Quelle: ipreunion.com

Lavaströme. Quelle: ipreunion.com

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Auf dem Weg zum Vulkanausbruch

Wir erinnern uns an spektakuläre Blicke in den aktiven Vulkan Mt. Yasur auf Tanna in Vanuatu und sind ein wenig enttäuscht, dass wir hier keinen Blick erhaschen. Zwei Tage später, während ich tauchend das Riff erkunde, fahren Monika, Annette und Michael ein weiteres Mal zum „Piton de la Fournaise“ und wandern zu einer Stelle, von wo aus sie die Eruptionen beobachten und hören können.

Die Erruption am „Piton de la Fournaise“

Die Eruption am „Piton de la Fournaise“

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Der Lavastrom unter bereits erkalteter Lava

Der Lavastrom unter bereits erkalteter Lava

Und jeden Abend kochen wir, Michael übernimmt die Führung und freut sich, unsere Zungen und Mägen zu verwöhnen, sei es mit einem Lammbraten in Senfkuste,  einem Bœuf Bourguignon  oder einem Maishühnchen in Riesling-Estragon-Sauce. Die Zeit fliegt dahin und nebenbei nutzen wir das gute Internet, um unsere weitere Reise nach Madagaskar und später Südafrika vorzubereiten.

unser momentanes Paradies

Unser momentanes Paradies

Die Trüffelschweine beim Speisen

Die „Trüffelschweine“ beim Speisen

Unser letzter Ausflug bringt uns in den „Cirque de Cilaos“ im gebirgigen Innern von Réunion. Der Weg dorthin führt über eine kleine Gebirgsstraße mit mehr als 400 Kurven in das kolossale Amphitheater. Cilaos wurde wie alle Cirques zuerst von geflohenen Sklaven besiedelt, die hier in der Abgeschiedenheit Schutz suchten. Noch heute unterscheidet sich das Dorf von den mondänen Ortschaften an der Küste. Wir spazieren durch die Straßen und bewundern besonders die alten Häuser und die Blicke auf den Kraterrand, der sich durch die Straßen in allen Richtungen zeigt. Cilaos liegt auf 1.200 m auf dem Boden des Kraters und ist allseitig von gewaltigen Felswänden umgeben. Der „Piton des Neiges“ steht beinahe 2.000 m über uns und zieht unsere Blicke magisch an.

Wir fahren in den „Cirque de Cilaos“

Wir fahren in den „Cirque de Cilaos“

„Cilaos“ am Kratergrund umgeben von Felswänden

„Cilaos“ am Kratergrund umgeben von Felswänden

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Der Friedhof von „Cilaos“

Der Friedhof von „Cilaos“

Die Westküste zwischen "St. Pierre" und "St. Gilles-les-Bains"

Die Westküste zwischen „St. Pierre“ und „St. Gilles-les-Bains“

Reunion3_ 070 Reunion3_ 075Unsere schönen, genussreichen Tage mit Monika und Michael gehen zu Ende. Sie haben uns mit ihrem Besuch einen Urlaub vom Urlaub ermöglicht, den wir sicher nie vergessen werden. Während die Anke-Sophie im sicheren Hafen liegt, haben wir eine freie Zeit mit unseren Freunden verbracht und Réunion erkundet. Wir haben viel diskutiert und gelacht, oft zitieren wir das Motto „Man muss mit nichts zufrieden sein“, mit dem Michael, der voller Zitate steckt, unser gutes Leben kommentiert. Da Réunion zu Europa gehört, sind Verbotsschilder wie z.B. wegen Haigefahr „Baden verboten“ allgegenwärtig und man sagt als Begründung oft zu uns „Es ist zu ihrer eigenen Sicherheit“. Michael ist ein Fan von Ulrich Roski, der den Ausspruch „Es muss nicht immer Mucknitz an der Fruntz sein“ prägte (Wer es nicht kennt, darf den Songtext googeln).

Der Strand von "Boucant Canot"

Der Strand von „Boucan Canot“

Der Blick von unserer Terrasse

Der Blick von unserer Terrasse bei Tage

und beim Sundowner

und beim Sundowner

Anke-Sophie bestimmt die verbleibenden Tage. Sie bekommt ein neues Spritzverdeck, da sich das alte nach ungezähltem Flicken beinahe auflöste. Für den Motor und das Getriebe wird das Öl gewechselt und sämtliche Filter getauscht. Da die Versorgung in Réunion viel besser als in Madagaskar ist, werden alle Schapps mit neuem Proviant gefüllt, bevor wir am Freitag in Richtung Nordkap von Madagaskar ablegen werden.

2 Antworten zu “Réunion

  1. Liebe Freunde, schon wieder bekommen wir prächtige Bilder und verbales Schwelgen frei Haus geliefert! Was für ein Kontrast, dies zu lesen, im Gegensatz zu manchen Frusttagen in Indonesien! Und echte Berge statt Wellenbergen…. Schön, dass ihr so viel Zeit zum Genießen hattet, mittlerweile schon wieder unterwegs nach Madagaskar – Nordkap klingt in diesem Zusammenhang für uns hier eher verwirrend. Aber die Anke-Sophie wird sich schon nicht verfahren…. Fühlt euch umarmt – von eurem Bernhard

  2. I want to go to Reunion! The landscapes you have shared here are spectacular. I am glad that you enjoyed time with your friends as Gods of France :-). And I love the motto „One must be satisfied with nothing“

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