Auckland

Leuchtturm von Tiritiri Matangi

Leuchtturm von Tiritiri Matangi

Im noch jungen neuen Jahr segeln wir in den Hauraki Gulf, die Bucht vor Auckland. Unser erstes Ziel ist die Insel Tiritiri Matangi, ein Naturreservat und Vogelaufzuchtgebiet, der Maori-Name spricht für sich. Wir ankern zuerst auf der Westseite, wechseln dann aber auf die Ostseite, da es uns auf dieser Seite zu unruhig ist. Man kann die Insel nur bei gutem Wetter ansteuern, da es keine geschützten Buchten auf der Insel gibt. 1980  hatten Wissenschaftler  begonnen, die Insel von Ratten und anderen Nagern zu befreien, die von den ersten Siedlern eingeschleppt wurden und die Vögel stark reduziert hatten. Viele Arten waren ganz ausgestorben, einige sind nur noch mit wenigen Exemplaren vertreten. Begleitend wurde die Insel wieder mit den ursprünglichen Pflanzen aufgeforstet, um den Vögeln den richtigen Lebensraum zu bieten. 1991 wurden erste seltene Exemplare aus anderen Regionen Neuseelands auf diese Insel gebracht und konnten sich in den letzten Jahren wieder vermehren. Heute hört man schon wieder die früheren schon fast ausgestorbenen Vogelstimmen. So finden wir heute den flugunfähigen Takahe mit einigen Exemplaren grasend auf der Insel. Er wird über 60 cm groß und ist nach dem Kiwi der bekannteste Vogel Neuseelands, da man ihn 1948 in den Murchison Mountains wieder entdeckte, nachdem man ihn schon 50 Jahre für ausgestorben hielt. Er ernährt sich vegetarisch, nur die Nestlinge werden mit Insekten und Würmern gefüttert. Wir sehen auch den Pukeko, einen Artverwandten des Takahe. Wissenschaftler hatten 16 Kiwis auf der Insel ausgesetzt. Sie haben sich auf 80 vermehrt. Wir werden sie wohl nie in der freien Natur sehen, da sie nachtaktiv und sehr scheu sind.

Takahe

Takahe

Pukeko

Pukeko

Die metallische Stimme, die wie eine quietschende Türangel klingt, gehört dem Tui, den wir schon lange kennen. Hier gelingt uns endlich, ihn zu fotografieren.

Der Tui

Der Tui

Die Insel hat einen weiteren Höhepunkt, der uns anzieht wie ein Magnet. Den ältesten noch in Betrieb befindlichen Leuchtturm von Neuseeland, erbaut 1864. Er steht malerisch auf der Südseite der Insel neben einem alten Baum. Der aufkommende Südwest-Wind vertreibt uns aus der schönen Bucht und wir wechseln im letzten Licht in die Army Bay auf der Wangaparaoa-Halbinsel, wo wir am nächsten Morgen den Shakespear-Park (ohne e) bewandern.

Wir segeln nach Waiheke Island, wo wir Monique und Pieter in der Oneroa Bay treffen, um zusammen eine schöne Wanderung mit Besuch des Weinguts Cable Bay zu unternehmen. Die Insel ist bei den Auckländern sehr beliebt,  da sie direkt vor der Stadt liegt. Hier finden wir die Armada von unzählbaren Seglern und Motorbooten. Am Sonntagabend leerte sich die Bucht plötzlich und wir kommen uns beinahe alleine vor. Die anderen müssen zurück zur Arbeit, aber wir dürfen bleiben.AKL 064

Monique und Pieter vor Christmas tree

Monique und Pieter vor Christmas tree

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In Auckland bleiben wir drei Tage in der Westhaven Marina. Lily, die Tochter von unseren Freunden Uschi und Werner, besucht uns mit ihrer Gastfamilie. Gavin fährt uns auf den Mont Eden und die Familie lädt uns später zum Dinner bei sich ein. Er ist ein Autonarr und wir bewundern den Oldtimer, den er neu aufbaut, und den Rennwagen,  mit dem der elfjährige Blake vor zwei Jahren eine Meisterschaft gewonnen hat.

Die Gastfamilie von Lily

Die Gastfamilie von Lily

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Der Skytower

Der Skytower

Blick von der Westhaven Marina

Blick von der Westhaven Marina

Im Hafen von Auckland

Im Hafen von Auckland

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Der Blick von Mont Eden

Der Blick von Mont Eden

Die Tafel zeigt neben den Entfernungen auch von wo die meisten

Die Tafel zeigt neben den Entfernungen auch von wo die meisten Besucher kommen

 

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Im Hafen von Auckland

Im Hafen von Auckland

 

Auf dem Rückweg legen wir in Gulf Harbour einen Zwischenstopp ein, weil uns plötzlich starker Wind überrascht. Am nächsten Tag fangen wir endlich seit langer Zeit unseren ersten Fisch, einen „king fish“, der beste Fisch in Neuseeland. Die Tage davor hatten wir weniger Glück. Einmal hatten wir einen großen Brocken an der Leine. Als wir ihn ganz nahe ans Heck herangezogen hatten, sahen wir die riesigen Zähne, die uns aus einem großen Maul entgegen bleckten. Es war ein Hai. Wir zogen weiter wie gewöhnlich ohne nachzudenken und ich stieß den Stockhaken in seine Seite, um ihn an Bord zu ziehen, Annette hielt die Leine. Das war der Moment, in dem der Hai begann, wie verrückt zu kämpfen. Er drehte sich dreimal um die eigene Achse.  Beinahe hätte ich den Haken verloren. Aber ich wollte nicht aufgeben. Dann riss er sich los. Gut war,  dass wir sowohl Haken als auch Köder und Leine gerettet haben. Schlecht war die Unbedarftheit, wie wir mit dem Hai umgegangen sind. Er war gerade mal 30 cm von mir entfernt und hätte mir fürchterlich ins Bein beißen können. Wir haben Glück gehabt, dass nichts passiert ist. Ein paar Tage später hatten wir Pech, als sich ein an uns vorbei rasendes Motorboot in unserer Leine verfing. Diesmal verloren wir alles: Köder mit Haken und die Leine. Sogar die Leinenrolle ging durch die Überlastung kaputt. Hier wird nicht zitiert, was Annette dem Motorbootfahrer nachrief…

 

Unser King Fisch

Unser King Fisch

Den letzten Abend verbringen wir in der uns bereits bekannten Urquharts Bay an der Mündung des Whangarei River und dann sind wir nach dreiwöchigem Urlaub wieder zuhause in unserer Riverside Drive Marina.

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Es folgen vier stressige Tage, in denen die Anke-Sophie an Land gebracht wird. Hauptaufgabe, die mich schon seit Monaten in Gedanken beschäftigt: Die Ruderlager müssen gewechselt werden, denn sie haben zu viel Spiel und das Schlagen hat uns auf Vorwindkursen bei Seegang oft ängstlich zuhören lassen. Und dann geht es los auf unsere Tour mit unserem alten „Station Wagen“ in Richtung Süden. Ziel ist die Südinsel,  von der alle Neuseeländer schwärmen.

7 Antworten zu “Auckland

  1. Liebe Annette*, lieber Thomas, toller Bericht! Aber bitte nicht noch mal gegen einen Hai kämpfen. Bald mehr per e-mail, auch die Rundbriefe von Vera aus Nicaragua. Wir fahren auch bald weg, für eine Woche nach Wustrow, ein wenig vom Alltag erholen. Alles Liebe, Annette*

  2. Schöne Zeiten auf Neuseelands Norden.
    Aber bitte Zitat erklären:
    .. Ziel ist die „Südseeinsel“, von der alle Neuseeländer schwärmen..“
    Wo bitte ist die Südseeinsel ?
    Weiterhin viel Spaß ;>)

  3. Hallo Manfred,
    Die Antwort ist ganz einfach. Ich nutze ein neues Tablet, damit ich meinen Laptop nicht auf Reisen mitnehmen muss. Ich komme mit der Autokorrektur des Tablet noch nicht zurecht und so wird eben aus Südinsel ohne dass ich es merke Südseeinsel. ..
    Vielen Dank für deinen Kommentar
    Thomas

  4. I can not wait to visit Tiritiri Matangi and Waiheke Islands now that I have seen your beautiful photographs. Sorry to hear that you lost all your fishing gear to the raging boat 😦 but happy that you did not lose a leg to the shark :-). Glad you are now safe and sound and happily touring about the South Island. Can’t wait to see posts of your travels.

  5. Hallo Ihr beiden,
    ich wünsche euch noch ein gesundes neues Jahr für 2015.
    Ihr sollt doch nicht die kleine Haie ärgern :-).
    Eure Berichte sind immer wieder toll geschrieben und es macht einfach Spaß Sie zu lesen.
    Hatte leider wenig Zeit durch meinen Job, habe jetzt aber auch die Leine gekappt und fange ab 02.3.2015 einen neuen Job an.
    Das war wichtig, denn wir sind ab April zu viert 🙂 🙂
    Mit Jan werden wir wieder ab März auch wieder segeln.
    Also euch auch weiter Alles Gute und liebe Grüße aus Berlin(-3°C und Schnee) Ralph.

    • Lieber Ralph,

      Danke für deinen Kommentar.  Schön, von dir zu hören. Wir wünschen dir/euch viel Glück für den Nachwuchs und mit dem neuen Job. Wir versinken gerade im Regen auf der Südinsel, wo wir doch eigentlich wandern wollen…

      Ganz liebe Grüße

      Thomas

      Von Samsung-Tablet gesendet

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