Königreich Tonga

Wir haben schon nach drei Tagen in Asau auf Savaii (Samoa) den Anker gehoben, um nach Tonga zu segeln, da wir befürchteten, dass der Wind in Richtung Süd drehen wird und wir wollten die Strecke von 165 sm nicht gegen den Wind segeln. Erster Anlaufpunkt war die Insel Niuatoputapu (ein Zungenbrecher; die faulen Amerikaner nennen sie „new potato“). Wir mussten die Maschine nutzen, um Savai‘i am Westkap zu umrunden. Dann gegen Mittag kam der Wind, aber aus SW anstatt aus SE wie vorhergesagt. Nach zwei Stunden wurde er wieder schwächer, unsere Laune war erst einmal dahin, bis der Wind nach 15 sm Entfernung zu Savai’i endlich auf SE drehte. Unsere Laune wurde wieder besser und wir hatten eine wunderbare Nacht, in der das Boot von alleine eine gerade Linie Richtung Tonga fuhr. 40 sm vor Niuatoputapu wurde der Wind schwächer und drehte auch noch auf SSE und wir konnten somit unser Ziel nicht mehr anliegen. Der Wind wurde immer ungünstiger, wir kamen unserem Ziel nur noch mit einem Knoten entgegen und es wurde klar, dass wir den Pass zur Lagune nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit schaffen würden. Das hätte eine Nacht am Außenriff vor der Insel bedeutet, bis wir am Morgen wieder Tageslicht gehabt hätten, um die unter Wasser liegenden Korallenriffe und die Seezeichen erkennen zu können. Keine verlockende Aussicht, und wir hatten uns schon unserem Schicksal ergeben, als wir nach der Wende plötzlich eine gute Brise bekamen und mit fast 7 kn dem Pass entgegenrauschten. Es war seit Stunden ein Rennen um die Zeit gewesen, das plötzlich doch wieder zu gewinnen war. Welch Freude an Bord, wir erreichten tatsächlich den Pass durch das Riff bei Sonnenuntergang und ankerten bei letztem Licht in der Lagune neben der einzigen Segelyacht Alba. Wir hatten Glenys und Neville aus UK in Apia kennengelernt und freuen uns auf deren Gesellschaft.

Übrigens hatten wir während der Überfahrt wieder „Fischalarm“. Ein kleiner roter Thunfisch hatte angebissen. Es gab wieder Sashimi bis zum Abwinken mit eingelegtem Inger, Sojasoße und Wasabi und Limonensaft. Lecker! Wir luden die beiden zum Abendessen ein. Diesmal kurzgebratenes Thunfischsteak mit Pakchoy und Reis.

Wir sind im Königreich von Tonga angekommen. Auf Tongaisch heißt das Puleʻanga Fakatuʻi ʻo Tonga. Dieses Inselreich besteht aus 176 Inseln, das von James Cook, der es 1774 und 1777 besuchte, Freundschaftsinseln genannt wurde. Tonga ist die einzig verbliebene Erbmonarchie des gesamten Polynesischen Pazifikraumes und hat sich allen Kolonialisierungsversuchen widersetzen können. Die Unabhängigkeit hat aber auch seinen Preis, denn Tonga wird deshalb längst nicht so von außen unterstützt wie zum Beispiel Französisch-Polynesien. Die Königsfamilie und Adlige verfügen über viele Privilegien, während die Bevölkerung größtenteils sehr arm ist. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt mit 7.300 US $ bei einem Fünftel des deutschen mittleren Einkommens. Tonga kann nicht als Demokratie bezeichnet werden, aber es bewegt sich in diese Richtung, vor allem nachdem der Vorgänger 2008 auf seine absolute Macht verzichtet hat und 2010 die ersten Wahlen stattgefunden haben.

Einklarieren mit "customs" und "immigration"

Einklarieren mit „customs“ und „immigration“

Das Einklarieren in Tonga war wieder von besonderer Art. Unser Ankommen in Niuatoputapu hatte sich im Dorf herumgesprochen und so warteten am nächsten Vormittag schon zwei Damen von Costums und Immigration am Pier, die wir mit unserem Dinghi zum Boot brachten. Die Formalitäten waren eigentlich schnell erledigt, aber die beiden fanden es so nett bei uns an Bord, dass sie bei Keksen und Kaffee gerne noch zwei Stunden blieben und wir uns über die Insel unterhielten. So waren wir auf nette Weise auf Stand gebracht, wussten, wo es Brot zu kaufen gibt und was wir so die nächsten Tage unternehmen könnten. Vor allem erfuhren wir auch, wann welche Kirche in welchem Dorf gerade Gottesdienst hat. Der Gang zur Kirche ist auch hier das wichtigste Ereignis am Tag. Als die beiden erfuhren, dass Annette Deutschlehrerin ist, durfte sie gleich ihre erste Stunde Unterricht abhalten. Im Gegenzug lernten wir die ersten Worte in Tonga:

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Ein halb zerstörtes Haus auf Niuatoputapu

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Der Blick über die Lagune zum Vulkan, der vor Niuatoputapu liegt

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Der Blick von unserer Wanderung über den Bergrücken

Malo e lelae       = Guten Tag
Malo                     = Danke
Taitahi                  = Bitte
Nofoa                   = Auf Wiedersehen, für die Gehenden
Aloa                      = Auf Wiedersehen, für die Bleibenden
Gengiteska        = Wie geht es dir?
Später treffen wir den Verantwortlichen vom health service, der als medizinischer Assistent für die Insel für 800 Einwohner zuständig ist. Auch er erzählt uns vom Tsunami von 2009, der auf der Insel neun Opfer kostete und alle Häuser am Ufer vernichtete. Noch heute ist dieses Ereignis mit Schrecken bei allen Einwohnern das Hauptgesprächsthema. Uns wird erzählt, wie Segelyachten danach bei den Aufräumarbeiten halfen und später von zuhause aus Hilfsaktionen starteten. Von der Regierung sind die Einwohner eher enttäuscht gewesen. Das Epizentrum des Seebebens lag nördlich von Samoa und hatte dort über 100 Opfer gebracht. Die Gebühren von 100 Pa’anga (ca. 40 Euro) für den health service zahlen wir gerne in der Hoffnung, dass das Geld der medizinischen Versorgung des Landes zu Gute kommt. Immerhin sei die Versorgung für die Bewohner kostenlos. Allerdings kostet es uns drei Anläufe, bis wir das in der Bank getauschte Geld auch bezahlen konnten, denn bei den ersten beiden Besuchen in der Krankenstation ist die Frau leider nicht da, die den Quittungsblock führt. Wir sind dann doch erstaunt, mit welchen organisatorischen Schwierigkeiten sich die Leute die Beine stellen bzw. unsere in Anspruch nehmen. Denn auch den Weg in das mittlere Dorf zu den Behörden durften wir drei  Mal gehen, denn die Öffnungszeiten sind für uns nicht immer so klar; wir haben ja Zeit, wenn nur die 3 km lange Straße nicht in der Gluthitze liegen würde.

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Die Frauen im Dorf flechten Matten aus Pandanus

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Annette und Glenys mit unseren Bergführern

Wir fanden in den Tagen auf Niuatoputapu immer wieder Kontakt zu den Leuten und sahen, wie einfach sie hier leben. Jede Familie lebt eigentlich nur von dem, was sie von der Natur nehmen können. Um jede Hütte laufen ein paar Schweine und Hühner herum und zwischen den Palmen werden die ein oder anderen Nutzpflanzen gepflegt. Der einzige Exportartikel sind besonders feine Matten, die aus den Fasern der Pandanuspflanze gewonnen werden. Wir lernen, wie mühevoll die Bearbeitungsabläufe sind und sehen, wie die Frauen im Dorf die Matten weben. Wir wurden gebeten, einige Säcke mit dem wertvollen Rohstoff (die Pandanusfaser von hier zählt zu den besten) zur Nachbarinsel Vava’u mitzunehmen, da es leider keinen regelmäßigen Fährverkehr gibt. Die 800 Leute hier leben wirklich ein sehr abgeschiedenes Leben ohne elektrischen Strom, ohne Internetzugang und ohne normales Telefon, da  die Landleitungen beim Tsunami zerstört wurden. Heute haben sie Mobiltelefone, aber es gibt kein Fax. Die Bank ist in einem Behelfscontainer untergebracht. Wir können nur Dollar tauschen, die Kreditkartennutzung fällt ohne Internet natürlich für Jahre aus. Niuatoputapu 064 Niuatoputapu 048

An einem Abend waren wir bei Sia und Nico gemeinsam mit Glenys und Neville zum „potluck“ eingeladen. Jeder kochte etwas und wir aßen gemeinsam in ihrem Haus. Sie zeigten uns die einfache Hütte, die sie selbst direkt nach dem Tsunami aus Resten zimmerten, und die Hütte, in der sie nun leben, wurde von der Caritas finanziert. Wir erfahren, dass die Bewohner hier ein wenn auch geringes Schulgeld für ihre Kinder bezahlen müssen und das, wo sie kaum etwas haben. Wir sind beschämt, erzählen zu müssen, dass wir in unserem reichen Land kein Schulgeld bezahlen müssen. Einig sind wir uns, wie wichtig es für die Jugend ist, eine vernünftige Schulbildung zu bekommen, um überhaupt eine Chance zu haben, aus der Armut zu finden. Die Wände waren behängt mit Kopien der Zensuren, die der älteste Sohn in der Schule erreicht hat. Er ist der einzige Schüler des Dorfes, der es geschafft hat, eine höhere Schule auf Fiji zu besuchen, um dort Wirtschaft zu studieren.

Wir testeten an Bord eine seltsame Pflanze, die wir von Sia aus dem Dorf bekommen haben. Die Blätter der Taropflanze. Wir haben sie gekocht wie Spinat und mit Kokosmilch und es schmeckte total lecker. Aber nach dem dritten Löffel schauten Annette und ich uns an und fragten uns, schmerzt das bei dir auch unter der Zunge? Also, so was hatte ich noch nicht erlebt. Sia meinte wir sollten das kochen und kochen und kochen. Aber Annette meinte, es war nach ein paar Minuten schon durch. Vielleicht hätten wir das Wasser abgießen sollen? Keine Ahnung. Mir wurde es unheimlich, aber Annette ist da tapferer als ich und hat sich noch einen zweiten Teller genommen. Man stelle sich das vor: Du isst ein Gemüse und nach ein paar Sekunden spürst du einen leichten Schmerz unter der Zunge wie eine Verbrennung, der erst nach längerer Zeit wieder weg ist. Annette spürte es noch am nächsten Tag unter der Zunge. Inzwischen wissen wir, dass die Blätter tatsächlich erst einmal eine Viertelstunde gekocht werden müssen, damit die das Brennen verursachende Flüssigkeit austritt. Das Wasser wird dann weggegossen und die Blätter mit Kokosmilch, Knoblauch und Zwiebeln nochmals kurz gedünstet.

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Der Verlauf unserer Wanderung über Niuatoputapu

Sia und wir tauschten Adressen aus, denn in der Nacht war der Gedanke entstanden, dass wir uns in Zukunft statt über allgemeine Hilfsorganisationen vielleicht lieber direkt an die Dörfer wenden wollen, um für die Schulausbildung der Kinder zu spenden. In der Woche unseres Aufenthaltes waren Ferien, sodass uns fünf Kinder aus dem Dorf zwischen 10 und 16 Jahren bei einer Wanderung über den Bergrücken quer durch die Insel begleiteten, um uns den Weg durch das Dickicht zu zeigen. Sie kletterten auf Palmen, um uns mit Kokosnüssen zu erfrischen. Seit Monaten hat es nicht geregnet, was zu ungewohnter Trockenheit führte. Die Zisternen sind bei vielen Bewohnern schon leer und sie haben sehnsüchtig auf Regen gewartet. Es hat sich herumgesprochen, dass wir Wetterberichte für mehrere Tage im Voraus empfangen können und so wurden wir täglich gefragt, wann sie mit Regen rechnen können. Da ich Wolkengebilde mit hoher Regenwahrscheinlichkeit auf Niuatoputapu zuziehen sah, wagte ich die positive Prognose für das Wochenende und tatsächlich regnete es ab Samstag. Niuatoputapu 086 Niuatoputapu 072

Nach einer Woche verlassen wir die ruhige Lagune zusammen mit Alba, um die 175 sm zur südlicheren Inselgruppe Vava’u zu segeln. Wir haben mit über 25 kn mehr Wind als vorhergesagt und fliegen bei Halbwindkurs unserem Ziel mit teilweise über 9 kn entgegen. Wir steuerten zunächst den Hauptort Neiafu an, wo wir endlich wieder Bruce und Jill von der Daemon trafen. Wir tauschten unsere Erlebnisse der letzten Wochen aus und schmiedeten Pläne für die nächste Zeit. Sie hatten ihren Plan geändert und segeln wie wir ebenfalls zunächst nach Fiji, um dann von dort aus Neuseeland anzusteuern, wo ihre 8-jährige Weltumseglung zu Ende gehen wird.

Einkaufsladen mit Geldtransfertstelle in Neiafu

Einkaufsladen mit Geldtransferstelle in Neiafu

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Der Gemüsemarkt von Neiafu

Der Gemüsemarkt von Neiafu

Nach vier Tagen in  Neiafu, wo wir einige kleinere Reparaturen gemacht und eingekauft  haben, sind wir aufgebrochen, die umliegenden Inseln zu besuchen, zunächst die traumhafte Bucht bei Port Maurelle. Die wunderschöne Inselwelt erinnert an Schweden, wenn hier nicht die Palmen wären. Es ließ sich sehr gut aushalten. Die Grillen zirpten und dazwischen schrillten an Urwald erinnernde Vogelstimmen zu uns herüber. Jeden Abend kochten wir uns ein schönes Abendessen, Annette briet am ersten Abend neuseeländische Rindersteaks, die wir bei einem ausgewanderten Schweizer erstanden hatten, und wir schlürften vom französischen Rotwein noch aus zollfreien französisch-polynesischen Beständen und die Lagune war natürlich in traumhaftes Mondlicht getaucht. Apropos Mond: Wir erlebten eine totale Mondfinsternis, die in Europa nicht zu sehen war. Ein tolles Naturschauspiel, wie sich der Schatten der Erde auf den Mond legte und nach einer Stunde wieder verschwand. Alles wunderbar, hätte nur der Nachbar von der Megamotoryacht nebenan endlich seinen Generator ausgeschaltet, aber den brauchte er natürlich für seine Festbeleuchtung, Klimaanlage, Watermaker, Tiefkühler, Wasch- und Spülmaschine etc. Welch Glück, das wir das alles nicht brauchen…vavau 2 038

Die Inselwelt der Vava'u-Gruppe

Die Inselwelt der Vava’u-Gruppe

Niuatoputapu 088Wir wechselten zu der Insel Hunga und segelten durch einen extrem engen und flachen Pass in deren Lagune, in den ehemaligen Vulkankrater ein, was kurzfristig mal wieder spannend war. An dessen südlichem Ende besuchten wir Elke und Werner, die über 20 Jahre mit ihrer Segelyacht unterwegs waren und sich inzwischen hier niedergelassen haben. Sie leiten hier den Trans-Ocean-Stützpunkt von Tonga. Wir verbrachten eine schöne Zeit mit ihnen und besuchten sie in ihrem Haus, das sie in einem wunderschönen Garten selbst gebaut haben, und tauschten uns über unsere so unterschiedlichen Lebensmodelle aus. Unsere Zeit des Reisens ist auf drei Jahre limitiert, während sie sich für weitere zehn Jahre auf der Insel fernab der Zivilisation entschieden haben. Sie hatten ihre Yacht 2008 verkauft, unternehmen aber jedes Jahr schöne Reisen und besuchen ab und zu Deutschland. Wir vergleichen unser Leben, aber für uns wäre dieses zurückgezogene Leben so weit weg von den Freunden und für so lange viel zu einsam.

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Wir schwimmen in die Swallows Cave

Bei Elke und Werner, der TO-Stützpunkt Tonga

Bei Elke und Werner, der TO-Stützpunkt Tonga

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Port Maurelle

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Typisches Haus auf der Insel Hunga. Die Japaner haben 2011 PV-Anlagen für jedes Haus gestiftet.

Wir besuchen noch eine dritte Bucht vor der Insel Vaka’eitu und treffen dort Katrien und Hans aus Belgien sowie Tina und Gustav aus Schweden, die jeweils mit ihren Kindern auf ihren Segelschiffen unterwegs sind. Noch einmal ein traumhafter Platz mit einem ausgedehnten Riff zum Schnorcheln. Vavau 171

Dann geht es zurück nach Neiafu, wir treffen erneut Lisa und Fabio und ich hatte schon im Vorfeld mein Interesse angemeldet, sie bei einer ganz besonderen Schnorcheltour begleiten zu wollen, bei der man extrem nahe mit Walen schwimmen kann, was hier wohl weltweit einmalig sein soll. Freunde von uns hatten schon so begeistert von ihren Schnorchelerlebnissen mit Walen erzählt, dass ich es auch erleben möchte. Annette ist skeptisch wegen des ganzen Tourismus, der Störungen für die Wale, auch da das ganze Geschäft von Neuseeländern und Australiern an den Tonganern vorbei gemacht wird und entscheidet sich dagegen.DCIM100GOPRO DCIM100GOPRO IMG_2314 IMG_2317

Die Wale kommen zur Vava’u Gruppe, um dort im warmen Wasser ihre Jungen zu gebären. Für einige Wochen bleiben sie hier, um die jungen Kälber beim Schwimmen zu trainieren und sie für die große Reise in die Antarktis vorzubereiten. Wir waren neun Teilnehmer auf einem schnelle „Whalewatchboat“  und fahren früh morgens für einen Tag hinaus in die Inselwelt, um die Wale aufzuspüren. Nach zweistündiger Suche entdecken wir eine Familie und steuern vorsichtig auf sie zu. Unser Guide springt zuerst ins Wasser, klärt die Situation und wir Schnorchler springen in Vierergruppen nacheinander hinterher und schwimmen direkt zu den Walen. Wir lernen, nicht direkt vor den Walen zu schwimmen, weil dies die Wale irritiert, denn so groß wie sind, gibt es direkt vor ihnen einen toten Winkel. Auch gilt es Abstand zu halten, um nicht von den seitlichen Finnen oder der Heckflosse getroffen zu werden. Die Kälber sind neugierig und kommen oft an die Oberfläche, um zu spielen. Die Eltern bleiben meist im tiefen Wasser, wir sehen sie schemenhaft ca. 30 m unter uns im klaren Wasser. Die Mütter passen natürlich auf ihre Jungen auf und kommen immer wieder nach oben zur Wasseroberfläche und wir Schnorchler sind als Zwerglinge irgendwo dazwischen. Es ist ein unglaubliches Erlebnis: Wir verbringen Stunden mit den Walen im Wasser, sehen zu, wie sie auftauchen und dann knapp unter der Wasseroberfläche schweben, wie das Kalb immer wieder zur Mutter kommt und herumtollt, auf dem Rücken schwimmt, springt, sich dreht, Kurven schwimmt und dann tauchen die Wale wieder ab, um in der dunkelblauen Tiefe zu verschwinden. Wir klettern wieder an Bord und die Suche beginnt von Neuem. Dann begleitet die nächste 4er-Gruppe die Wale und wir beobachten das Schauspiel vom Boot aus. Es ist ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde, und ich lasse am besten die Photos sprechen, so kann sich jeder ein Bild von der Anmut dieser Lebewesen machen. Alleine die Größe ist beeindruckend, die erwachsenen Tiere schätze ich auf 20 m und das Kalb auf 5 m.IMG_0518 IMG_0522 IMG_0554 IMG_0591 IMG_5480

P1000113 P1060951 P1060952Später an Bord habe ich neben den Bildern das Filmmaterial gesichtet und meinen ersten Film aus den einzelnen Szenen geschnitten, das Ergebnis zeigt, wie beeindruckend nahe wir den Walen waren. Der Guide hatte mich zwei Mal am Arm gefasst, da ich durch das Filmen abgelenkt war und zu nahe an den Tieren war. Beinahe wäre ich von ihnen gestreift worden, hätte ich mich nicht schnell davon gemacht. Ich werde den Film ins Netz stellen und er sollte danach unter diesem Link zu sehen sein:  http://youtu.be/7gZrVo6lQk0 

Nun heißt es wieder einmal Abschied nehmen von einem interessanten Land und von lieb gewonnenen anderen Seglern, wir proviantieren das Boot und checken aus für unser nächstes Ziel Fiji, wo wir uns schon riesig freuen, Harald und Eva-Maria sowie deren Neffen Nick zu treffen. Sie werden uns zum zweiten Mal auf unserer Reise für zwei Wochen begleiten.

10 Antworten zu “Königreich Tonga

  1. Liebe Annette, lieber Thomas, gerade habe ich Euren neuesten Bericht gelesen, wie immer sehr interessant und anregend. Aber ich bin auch froh, dass Ihr „nur“ drei Jahre unterwegs sein wollt, dann haben wir Hoffnung, Euch gesund und munter wieder zu sehen. Gestern haben wir zu viert (weil Vera ja nun doch noch hier ist) Hans-Heinrichs Geburtstag gefeiert, das war nett. Am Samstag dann noch mal mit Freundinnen und Freunden. Ich wäret sicher auch dabei, wenn…
    alles Liebe und bis bald, Eure Annette*

    • Liebe Annette,

      danke für deine nette Nachricht. Sehr gerne wären wir bei dem Fest dabei, wenn nicht… Die drei Jahre sind schon prima, leider fallen dann schöne Gelegenheiten zuhause weg, aber wir wollen die Zeit hier nicht missen. Wir sind gerade in Savusavu angekommen und freuen uns auf die Zeit hier in Fiji und auf Harald und Eva-Maria, Freunde aus Bayern, die uns hier besuchen werden.

      Annette hatte ja liebe Geburtstagsgrüße an Hans-Heinrich auch von mir geschickt. Ich sende hiermit nachträglich welche auf diesem Wege, bitte ausrichten!

      Mit herzlichen Grüßen

      Thomas + Annette

      Thomas Herter

      http://www.ankesophie.wordpress.com

      Inmarsat Satellitentel.: +870776447234 – Anmerkung: Das Gerät ist nur eingeschaltet, wenn wir einen Termin zum Telefonieren per Email vereinbart haben.

      Auf See bin ich nur unter der Emailadresse DH7TH@winlink.org erreichbar. Anmerkung: Wir müssen zuvor eine Email ausgetauscht haben (ich an dich/Sie).

  2. Es gibt schon noch einpaar Paradiese auf Erden. Leider sind sie für unser eins so weit weg und nicht einfach zu erreichen. Wäre es anders, gäbe es diese Paradiese nicht mehr. Ich freue mich jedesmal, wenn ich darüber lesen darf und Eure Erlebnisse nachvollziehen kann. Weiter so.

    • Danke Mande für deinen Kommentar,

      ja so kann man es wohl sehen. Aber es sind immer mehr, die die Einsamkeit suchen und dadurch wird es schwieriger sie zu finden. Aber wir wollen auf keinen Fall klagen. Es ist wunderbar, hier zu sein und wir werden es wohl erst richtig verstehen, wenn wir wieder zuhause sind…

      Mit herzlichen Grüßen

      Thomas

      Thomas Herter

      http://www.ankesophie.wordpress.com

      Inmarsat Satellitentel.: +870776447234 – Anmerkung: Das Gerät ist nur eingeschaltet, wenn wir einen Termin zum Telefonieren per Email vereinbart haben.

      Auf See bin ich nur unter der Emailadresse DH7TH@winlink.org erreichbar. Anmerkung: Wir müssen zuvor eine Email ausgetauscht haben (ich an dich/Sie).

  3. Ihr Lieben, auf diesem Wege herzlichen Dank für die herzlichen Geburtstagsglückwünsche! Eure Reise scheint grade rasend schnell zu verlaufen! Vielen Dank für den Bericht und die -wieder einmal – schönen Fotos! Besonders beeindruckt hat mich der riesige Baum:
    Wißt ihr, was es ist? das Schwimmen neben den Walen stelle ich mir sehr beeindruckend vor.
    Sehr herzliche Grüße von eurer Lisa und Andreas

    • Liebe Lisa,

      danke für deine Nachricht. Wie der Baum heißt, das kann ich leider nicht sagen. Es ist immer schwer so etwas hier herauszubekommen. Und wenn ist es der englische Namen, was ja auch gut wäre…

      Wir sind seit gestern in Savusavu auf Fiji und sind froh, hier zu sein. Leider ist das Wetter sehr bedeckt. Wir werden Harald und Eva-Maria am Montag in Suva treffen, sie werden uns für 10 Tage begleiten, worüber wir uns sehr freuen.

      Mit herzlichen Grüßen bitte auch an Andreas

      Thomas + Annette

      Thomas Herter

      http://www.ankesophie.wordpress.com

      Inmarsat Satellitentel.: +870776447234 – Anmerkung: Das Gerät ist nur eingeschaltet, wenn wir einen Termin zum Telefonieren per Email vereinbart haben.

      Auf See bin ich nur unter der Emailadresse DH7TH@winlink.org erreichbar. Anmerkung: Wir müssen zuvor eine Email ausgetauscht haben (ich an dich/Sie).

  4. Yo! We are coming… one week ‚til departure from Germany. „our“ island we are leaving tmr. already! We also would like to schnorchel with the whales! wow! Gigantisch! Aber in Fiji warten andere Abenteuer! Bis ganz bald, Harald und Eva-Maria (mit Nick im Gepäck)

  5. Ja, ich schließe mich da an: Kommt bitte nicht auf die Idee, dort irgendwo einen Dauerstützpunkt aufzumachen! Wir hätten euch schon gerne mal wieder hier! Danke für diese atemberaubenden Fotos und die unglaublich vielen interessanten Details über diese Inseln. Leider kann ich die Sprachlektion noch nicht ganz, die ihr hier freundlicherweise ins Netz gestellt habt. Muss noch übern… Seid, wie immer, ganz herzlich lieb gegrüßt, von eurem Bernhard

  6. Liebe Annette und Lieber Thomas,
    Harald, Eva-Maria und Nick sind nun vielleicht schon bei euch. Ich habe meine schlaflose Nacht zu einem Abenteuer gemacht und eure Reiseberichte der letzten Zeit gelesen. Wunderbar lebendig geschrieben, ich habe mich ganz da gefühlt, mit den Gedanken, Überlegungen, Begegnungen und Gesprächen, die ihr mit uns teilt. Die Fotos von Landschaft, Wasser, Menschen, Märkten und Lebensräumen sind überwältigend und wissend, dass sie nur einen Miniausschnitt eurer Eindrücken wiedergspiegeln können, eine großartige Zugabe zu den Berichten. Die Walphotos sind unglaublich schön, und haben fast so etwas wie eine Sehnsucht in mir hervorgerufen. Nun ist es 5:17 AM, und ich werde mich nochmal dem Thema Schlaf zuwenden. Seid lieb gegrüßt und habt eine schöne Zeit mit Brudi Harald und Familie.

    Gudrun

    • Liebe Gudrun,

      nun sind Harald, Eva-Maria und Nick schon wieder von Bord gegangen. Schnell ging die Zeit herum und schön war´s. Wie nett, dass du uns auf der Anke-Sophie-Seite geschrieben hast. Schön, dass dir die Berichte und Photos gefallen! Heute Nacht hat Thomas „Fiji“ eingestellt und du kannst deine Familie auf den Photos sehen.

      Wir warten jetzt auf günstige Winde für die Überfahrt nach Neuseeland und nehmen heute ein junges Paar, das (auch) aus Deutschland eingeflogen ist, an Bord, die uns auf der Strecke begleiten wollen. Hier ist es fast ständig heiß und du hast sicher schon Winter in Kanada. Wie lange dauert er dort, wo du lebst? Kommst du gut mit der langen dunklen Zeit klar?

      Herzliche Grüße
      Annette und Thomas

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