Eingeweht in Helgoland

Über Burgtiefe auf Fehmarn sind wir gut bis nach Kiel gekommen, wo wir in Holtenau neben der Schleuse festgemacht haben. Klingt Holtenau nicht schon nach einem Vorposten zur großen Freiheit?

In der Kieler Förde

In der Kieler Förde

Nur der Nordostseekanal trennt und von der Nordsee. Um nicht den ganzen Tag mit Vollgas fahren zu müssen und um den Trubel vor der Schleuse zu vermeiden, machen wir früh um 4 Uhr die Leinen los und frühstücken beim Warten vor der Schleuse. Wir werden eingewiesen, auf zwei große Frachter zu warten und dann nach ihnen in die neue Schleuse einzufahren, da die alten Schleusen wegen Reparaturen und Geldmangel seit zwei Jahren gesperrt sind.

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Mit diesem Frachter sollen wir zusammen in die Schleuse?

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Das erste Mal in der Schleuse

Wir bestehen die uns neuen Aufgaben gut, übernachten bei Brunsbüttel direkt neben der Schleuse, wo im Abstand von drei Metern zu unserem Liegeplatz die großen Pötte in die Schleuse einfahren. Und dies die ganze Nacht! Wir haben das Gefühl, regelrecht von den Bugstralrudern und Schrauben durchgeraspelt zu werden, zumindest die Nerven.

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Alles hat ein Ende, auch diese Nacht und zwar um 3 Uhr, denn die ersten Tidenberechnungen haben uns gesagt, dass der Strom in der Elbe um 3:30 Uhr kippen soll. Ein spannender Moment, als wir in Brunsbüttel ausschleusen und die Anke-Sophie das erste Mal in ihrem Leben Nordseewasser schnuppern darf.

Anke-Sophie ist das erste Mal in der Nordsee. Hinter der Schleuse von Brunsbüttel

Anke-Sophie ist das erste Mal in der Nordsee. Hinter der Schleuse von Brunsbüttel

Wir nehmen das erste Hochwasser, da der Wind auf Nordwest drehen soll und das wäre in Richtung Helgoland gegen an. Wir wollen die Abfahrt so legen, dass der Strom elbabwärts uns maximal schiebt. Es gelingt, ein berauschendes Gefühl. Wir rauschen an Cuxhaven mit einer Geschwindigkeit von 12 kn über Grund vorbei, wobei wir bei steifem Südwest 8 kn Fahrt durchs Wasser machen.

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Geschwindigkeitsrausch

Geschwindigkeitsrausch

In Helgoland liegen wir im Südhafen und diskutieren mit unseren Nachbarn Christiane und Norbert, ob wir am Mittwoch ablegen oder nicht. Ein Besuch bei der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes belehrt uns, zu bleiben. Es weht zwar der erhoffte Nordwest, aber leider mit einer Stärke von 6 – 8 Bft und wir entscheiden uns, zu bleiben, auch wenn es schwer fällt. Drei Boote versuchen es und kehren alle wieder zurück. Die vier Meter hohen Wellen waren zu ungemütlich…

Der Tag wird genutzt mit Ausschlafen und Basteln an der Kurzwellenfunkanlage.

Und natürlich mit einer Rundwanderung um die Insel, um die Baßtölpel und die Trottellummen am Lummenfelsen und der „langen Anna“ zu besuchen.

Der Südhafen von Helgoland

Der Südhafen von Helgoland

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20 Antworten zu “Eingeweht in Helgoland

  1. Schöne Fotos! Na dann viel Spaß heute auf der Nordsee(falls ihr auslauft) Wind und Wellen sollen ja etwas weniger werden als gestern.

    • Hi Sascha,
      leider nein, der Wind pfeift und wir haben Dauerregen und kalt ist es auch. Richtiges an Bord-Bleibe-Wetter. Hast du dein Ladegerät fürs Handy hier liegen lassen?
      Gruß
      Thomas

    • Liebe Annette,
      was hat das Sternchen neben deinem Namen zu bedeuten? Segeln mit Fußnote???
      Eure Bilder sind sehr gelungen, das Wetter sieht gar nicht so schlecht aus auf den Fotos!
      Nach dem häufigen Frühaufstehen ist es vielleicht jetzt möglich auszuschlafen? Oder hindert der Sturm daran?
      Vielen Dank für deine Karte!
      Liebe Grüße von Lisa

      • Wir haben die Zeit zum Schrauben und Basteln genutzt und natürlich auch zum Ausschlafen…

        Mit herzlichen Grüßen

        Thomas

        Thomas Herter

        Zinzendorfstraße 5, 10555 Berlin, T +49 30 344 5809, M +49 172 325 8239, thomas.herter@gmx.de

      • Liebe Lisa, nein, ich bin die andere Annette*, eben die mit dem Sternchen. Ich sitze in Berlin, arbeite und lese die Reiseberichte von Annette und Thomas und die Kommentare der Freunde.

  2. hatte schon gedacht ihr seit abgesoffen, da mehrere tage nichts neues kam 😉 bilder sind cool !! wetter sieht doch gut aus….
    bis dann… andy

    • Hi Andy,

      schön dass du uns verfolgst! Cool ist schon richtig. Das Wetter ist sau kalt und es regnet und stürmt in einem fort. Seit 24 Stunden DAUERREGEN und seit 48 Stunden STARKWIND. Mal schauen, ob wir morgen loskommen… bis bald

      Mit herzlichen Grüßen

      Thomas

      Thomas Herter

      Zinzendorfstraße 5, 10555 Berlin, T +49 30 344 5809, M +49 172 325 8239, thomas.herter@gmx.de

  3. Hallo Thomas und Annette, hört sich ja alles sehr spannend an und sehr schöne Bilder! Dass Ihr den Nordostseekanal mit Schleusen so souverän geschafft habt, weist euch als versierte Boootsführer aus! Ich hatte bei eurer damaligen/im Mai beim Spargel/ Schilderung ein bisschen Bauchschmerzen mit Fragezeichen bekommen! Und jetzt seid ihr schon auf der „einzigen deutschen Hochseeinsel“ angelangt,toll!- Wir erwarten heute und morgen Gäste, und es gilt, den Menuplan zu entwerfen, ist das nicht ziemlich spießig? Weiterhin gute Fahrt, wir denken oft an euch und euer Abenteuer Jochen und Martin

    • Lieber Martin, lieber Jochen, danke für eure Nachricht. Wir sind hier ordentlich eingeregnet und eingeweht. Seit Tagen Dauerregen und Starkwind, aber jetzt wird es besser, morgen um 4 h soll’s losgehen Richtung Borkum oder wenn es gut läuft auch weiter, um Strecke zu machen.

      Mit herzlichen Grüßen

      Thomas

      Thomas Herter

      Zinzendorfstraße 5, 10555 Berlin, T +49 30 344 5809, M +49 172 325 8239, thomas.herter@gmx.de

  4. Lieber Thomas und liebe Annette – da hab‘ ich oft an euch gedacht und ans Wetter und den Sturm, wo es doch selbst in Berlin schon so ungemütlich bis eklig war! Und ihr da mittendrin! Wir hoffen sehr, daß es euch nun besser ergeht und ihr weiter könnt. aber es scheint mir sehr weise zu sein, daß ihr im Hafen geblieben seid. Ich mag mir keine Wellen von vier metern vorstellen… Wir wünschen euch jedenfalls ein segelndes Wochenende! Bernhard und Michael

    • Lieber Bernhard, lieber Michael, danke für eure Wünsche, wir werden morgen um 4 h ablegen, um den erhofften Nordwind zu nutzen… bis bald,

      Mit herzlichen Grüßen

      Thomas

      Thomas Herter

      Zinzendorfstraße 5, 10555 Berlin, T +49 30 344 5809, M +49 172 325 8239, thomas.herter@gmx.de

  5. liebe Annette, lieber Thomas,
    durch eure Reiseseite koome ich plötzlich mit Seiten der digitalen Kommunikation in Berührung, die ich vorher gar nicht kannte. Also auch für mich ein ( Klein) – Abenteuer. Scheußlich, dass der Reisebeginn so verregnet ist. Wir heizen seit einigen Tagen unseren Kaminofen: Und ihr? liebe Grüße von Lisa

    • Liebe Lisa, lieber Andreas,

      auch wir haben ab und zu 50 Cent eingeworfen, um den Heizlüfter für eine Weile laufen zu lassen. Uns geht es gut und morgen soll’s endlich weiter gehen

      Mit herzlichen Grüßen

      Thomas

      Thomas Herter

      Zinzendorfstraße 5, 10555 Berlin, T +49 30 344 5809, M +49 172 325 8239, thomas.herter@gmx.de

  6. schön eure Reise zu verfolgen. wünsche euch immer guten WInd nicht mehr als 4-5 aus der richtigen Richtung 120/240° zum Ziel…

    • Lieber Stefan, danke für deine Wünsche. Hat nur bedingt geklappt. Angesagt waren für heute NW 4-5, darauf waren wir scharf… Bekommen haben wir leider 6-7, sind müde und gehen jetzt schlafen, morgen wieder 4 raus mit ablaufendem Wasser… Ostsee hat schon was für sich! Gruß th

      Mit herzlichen Grüßen

      Thomas

      Thomas Herter

      Zinzendorfstraße 5, 10555 Berlin, T +49 30 344 5809, M +49 172 325 8239, thomas.herter@gmx.de

  7. Liebe Annette, lieber Thomas, eure Sehnsucht nach der Ostsee war sicher nur von kurzer Dauer und ihr pflügt mittlerweile durch die Nordseewellen Richtung ostfriesische Inseln. Hier in Berlin ists mittlerweile so kühl, dass wir gestern abend die Heizung angedreht haben, dazu als Stimmungsaufheller mal wieder ein Fläschchen fränkischen Rotlings, mit dem wir auf eure glückliche Weiterreise
    angestoßen haben! Viele Grüße Jochen und Martin

    • Lieber Jochen,
      wir hatten schon kurze Momente, in denen wir an die Ostsee dachten, z.B. wenn wir mit auslaufendem Wasser morgens um 3:30 aufstanden, um auslaufen zu können. In der Ostsee kannst du halt länger schlafen. Mit Ebbe und Flut ist einfach eine Dimension mehr, die wir uns so nach und nach aneignen müssen. Tidenkalender lesen und rechnen und überlegen, verwerfen, und noch einmal neu… Aber es klappt schon, wenn nur der Wind mal schwächer wird und nicht immer von vorne kommt. Wollen heute Nachmittag raus oder morgen früh, hängt vom Wetter ab! Liebe Grüße an euch beide!
      Thomas + Annette

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